Schuljahr 99/00

von-Zumbusch-Hauptschule Herzebrock-Clarholz

Februar 2000: Musikunterricht als Klassenorchester

von-Zumbusch-Hauptschule ist erst die zweite ihrer Art
Musikunterricht als Klassenorchester Wenn Schüler freiwillig zusätzlich Unterricht besuchen, muss es sich schon um ein attraktives Angebot handeln. Ein solches macht seit Beginn des Schuljahres 1999/2000 die von-Zumbusch-Hauptschule mit der Musikklasse für eine der drei 5. Klassen. Die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse erhalten die Gelegenheit innerhalb der ersten beiden Jahre im Rahmen des Musikunterrichts zwei Stunden pro Woche ein Instrument zu erlernen; dazu kommt eine weitere Stunde, in der die Schüler je nach Instrumentengruppe von externen Honorarkräften Unterricht erhalten.
"Wir sind eine von zwei Hauptschulen in Deutschland, die eine solche Musikklasse anbieten", so Klassenlehrer Armin Düpmeier nicht ohne Stolz. "In Gymnasien, Real- und Gesamtschulen gibt es Musikklassen schon länger. In der Hauptschule haben wir damit Neuland betreten."
Bei einem Besuch in der jeweils am Dienstag stattfindenden Gesamtprobe wird klar, dass sich das Projekt schon jetzt gelohnt hat: Die Schülerinnen und Schüler musizieren wie ein richtiges Orchester. Neben der Freude an der Musik will die Schule aber noch andere pädagogische Ziele erreichen. "Die musikpraktischen Anteile wirken sich auch positiv auf allgemeine Voraussetzungen des Lernens wie Konzentrationsfähigkeit, Motivation, Disziplin und Sozialverhalten aus. Auch andere Fächer profitieren davon", weist Düpmeier auf einen weiteren wesentlichen Aspekt zur Bildung der Musikklasse hin.
Vorkenntnisse oder gar die Forderung, dass schon ein Instrument beherrscht wird - im Gegenteil: Wer schon ein Instrument spielt und in die Musikklasse aufgenommen werden möchte muss sich ein anderes Instrument aussuchen.
Die Anschaffung der Instrumente ist und war ein dicker finanzieller Brocken - immerhin ist die Schule mit drei Querflöten, drei Posaunen, drei Tenorhörnern, einer Tuba, fünf Trompeten, vier Saxophonen, zwei Keyboards, einer Bass-Gitarre und zwei Schlagzeugen ausgestattet. "Ohne unseren Förderverein gäbe es keine Musikklasse", lobt Armin Düpmeier dessen Engagement. Die Eltern der Musikklassenschüler steuern für die Leihgebühr und die Bezahlung der externen Instrumentallehrer zur Zeit 25 Mark monatlich bei. Nach dem sechsten Schuljahr läuft die Musikklasse aus. Die Schülerinnen und Schüler - den ersten großen Auftritt hatten sie übrigens beim Schulfest im November vergangenen Jahres - können dann die Instrumente unter Anrechnung des elterlichen Beitrags erwerben und in den Musik-AGs und der Schulband weitermachen.
Im ersten Jahr gab es für die Musikklasse mehr Anmeldungen, als Plätze angeboten werden konnten. Schulleiter Dietrich Beimdiek und Armin Düpmeier gehen davon aus, dass das Interesse für das kommende Schuljahr genauso groß sein wird und das Projekt fortgesetzt werden kann.
Neue Westfälische / Montag, 7. Februar 2000

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