November 2007: Vorbereitung auf den Beruf macht Schule
Auszeichnungen
Zum siebten Mal hat die Peter-Gläsel-Stiftung mit Sitz in Detmold im Heinz-Nixdorf Museumsforum in Paderborn das Siegel an berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schulen vergeben. Von den 13 ausgezeichneten Lehranstalten aus Ostwestfalen-Lippe sind acht im Kreis Gütersloh beheimatet. Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl übergab die Urkunden. Die erstmals Zertifizierten kommentierte der Vorsitzende der Jury und Leiter der Schulabteilung beim Kreis Gütersloh, Gerd Clarfeld. Bei der Geschwister-Scholl-Realschule Gütersloh stellte er heraus, dass sie in der achten Klasse mit den Eltern eine Berufsmesse in den Schulalltag implementiert habe. Bei der Hauptschule Rietberg fiel ein Schnupperpraktikum im Bibeldorf ebenso auf wie die Einbindung der Übergangscoaches und Sozialarbeiter. Die Hauptschule Nord in Gütersloh tat sich hervor durch die Kooperation mit der Wirtschaft. Dahinter stehen Praktika und Bewerbungstraining bei der Firma Pfleiderer.
Nach drei Jahren ist die erste Re-Zertifizierung möglich. Dazu erwähnte Swen Binner von der Industrie- und Handelskammer bei der Hauptschule Halle die Projektwoche zur Lebensplanung in der zehnten Klasse. Bei der von-Zumbusch-Hauptschule in Herzebrock-Clarholz stachen die enge Zusammenarbeit mit der Firma Craemer (Metallskulpturen eingeschlossen) und die offensive Elternarbeit hervor. Außerdem werden freiwillige Praktika für die Ferien empfohlen. Die Hermann-Hesse-Schule (Förderschule des Kreises in Gütersloh) pflegt einen Austausch mit der Jugendwerkstatt, erlaubt in der zehnten Klasse ein Langzeizpraktikum und betreibt eine Schülerfirma in Form eines Kiosks.
Zum dritten Mal auf dem Treppchen stand die Hauptschule Verl. Elmar M. Barella von der Handwerkskammer nennt bei ihr die Eingliederung der Übergangscoaches, die Lehrerpraktika und das EDV-Zertifikat ab Klasse sieben. Die Klasse 10 arbeitet mit der Kreissparkasse Wiedenbrück und der Firma Heroal zusammen. Die Heidbrink-Förderschule in Rheda-Wiedenbrück – ebenfalls Inhaberin eines dritten Siegels – führt einen Kiosk und eine Holzwerkstatt als praxisnahe Schülerfirmen. Sie organisiert viele Berufspraktika und ein Bewerbungstraining mit der Kreissparkasse Wiedenbrück.
"Beim Übergang von der Schule in den Beruf sind Taten gefragt", sagte Thoman-Stahl. Berufswahl sollte nicht zufällig passieren, meinte sie und lobte die "Siegel"-Schulen, die neue Formen des Lernens entwickeln und engen Kontakt zu den Firmen in der Nachbarschaft halten würden. Die Regierungspräsidentin: "Die Förderung der Bildung bestimmt die Qualität unserer Zukunft."
Sie dankte der Gläsel-Stiftung, die dabei als "Netzwerker im besten Sinne" auftrete; denn der Arbeitsmarkt der Zukunft werde globalisiert sein. Projektmanager Dirk Eilinghof von der Bertelsmann Stiftung freute sich, dass mit dem Schul-Siegel aus einer lokalen Idee und bundesweite Initiative geworden sei. Nicht immer gelinge es, Verfahren aus der Wirtschaft auf andere Bereiche zu übertragen.
Die Glocke / Freitag, 9. November 2007
