April 2006: Auf der Suche nach dem Traumjob
Girls' Day an der von-Zumbusch-Hauptschule
65 von 84 Achtklässler der von-Zumbusch-Hauptschule nehmen in diesen Tagen am Girls`/Boys`Day teil. Wie die Realschüler in der vergangenen Woche schnuppern die Hauptschüler im Rahmen eines Kurzpraktikums in frauen- oder männertypische Berufe. Christian Barzen-Sartorius ist zufrieden: "65 von 84 Schülern sind ein guter Schnitt", findet der Schulsozialarbeiter. "Sieben Jugendliche haben keinen Praktikumsplatz bekommen, obwohl sie sich darum bemüht hätten. Nur zwöf wollten tatsächlich nicht mitmachen. Die Suche nach einem Platz für das Schnupperpraktikum zum Girls'/Boys'Day habe sich in diesem Jahr an der Hauptschule besonders schwierig gestaltet, weil die Realschule zeitgleich ihre dreiwöchigen Praktika absolviert. So viele Plätze in einer Gemeinde wie Herzebrock-Clarholz zu finden ist gar nicht so einfach", so Barzen-Sartorius.
Am Donnerstag, dem ersten der beiden Praktikumstage, statteten der Schulsozialarbeiter und Schulleiterin Gudrun Mackensen einigen Schülern in den Betrieben einen Besuch ab: Ina Bellmann und Patrycja Montorro arbeiten für zwei Tage in der Fahrradwerkstatt des Fachgeschäfts "Pump Up". Am Donnerstagvormittag haben sie mit Tobias Buschmeier ein neues Fahrrad fahrfertig gemacht. Zu Hause reparieren sie ihre Räder nicht selbst, aber bei "Pump Up" hatten sie eine Menge Spaß. Zweiradmechanikermeister Buschmeier stellt üblicherweise keine Auszubildenden ein. "Das Problem sind die Räumlichkeiten", sagt er. In seinem Laden gibt es keine zweite Toilette und keine zwei Umkleideräume, die die Handwerkskammer für weibliche Auszubildende vorschreibt.
Caroline Erpernbeck schnuppert in der Autowerkstatt Spitczok von Brisinski in den Beruf der Kraftfahrzeugmechanikerin. "Meine Eltern haben mit Lastwagen zu tun, deshalb ist das für mich interessant", erzählt die Achtklässlerin. Sie möchte später gerne ihre Ausbildung in einer Kraftfahrzeugwerkstatt machen und hat sich auch schon für ihr Praktikum im kommenden Jahr in einem Autohaus beworben. Annegret Spitczok hätte mit einer weiblichen Auszubildenden keine Probleme. "Wir hatten allerdings noch nie eine weibliche Auszubildende und auch noch keine Bewerbungen", sagt sie.
Gleich vier Jungen schauen sich für zwei Tage im Altenpflegewohnheim St. Josef den Beruf des Altenpflegers an. "In diesem Beruf sind Männer in der Minderzahl", berichtet Heimleiter Lorenz Moos. Kilian Wittop, Stefan Manefeld, Volkan Cetinbag und Patrick Schumacher schreckt das nicht ab. Allen vier können sich nach ihren ersten Eindrücken vorstellen, später auch als Altenpfleger zu arbeiten. Lorenz Moos freut sich über diese Aussage und vor allem über das Resümee von Kilian Wittop: "Hier ist es fast wie zu Hause", denn das, so Lorenz Moos, zähle zum Konzept des Pflegewohnheims St. Josef.
Die Glocke / Freitag, 28. April 2006
