Januar 2004: Schüler kochen nun ihr eigenes Süppchen im Kiosk
Neues Angebot
Richard Hensdiek zollte Hausmeister Hermann Hartmann und seinen Helfern Lob: "Die Küche ist sehr gut aufgestellt worden." Und das war dem technischen Geschäftsführer des Unternehmens durchaus wichtig, denn so weiß er die Spende des Betriebes - eine Küche inklusive Elektrogeräten - in guten Händen. Der Verler Küchenhersteller war zur Eröffnung des Kiosks an der von-Zumbusch-Hauptschule Gast. Bereits im vergangenen Schuljahr hatte die Schülervertretung das Projekt, einen Kioskverkauf zu entwickeln, konkretisiert. "Bisher war die Verkaufsmöglichkeit ein Behelf", so Rektorin Gudrun Mackensen. Das Projekt entwickelte sich dank alter Kontakte des SV-Lehrers Hansjosef Stücker zu Nobilia bestens. Die Anfrage nach einer Küchenspende wurde seitens des Unternehmens positiv beurteilt. Und so wurde in Zusammenarbeit mit Matthias Reckersdrees von Nobilia ein Plan erstellt. Bevor sich Hermann Hartmann und sein Team an den Aufbau machen konnten, musste erst einmal ein passender Raum gefunden werden. Hinter dem Hausmeisterzimmer, mit Schiebefenster zum Schulhof, wurde etwas Passendes gefunden. Die Auflagen, um einen Kiosk in der Schule betreiben zu dürfen, wurden erfüllt, der Raum mit viel Eigenleistung durch Schüler und Eltern renoviert. Dann erfolgte der Einbau der hellen Küche.
Hensdiek und Reckersdrees freuten sich insbesondere über das Engagement vieler Seiten. "Wenn derart viele Helfer eingebunden sind, erfährt so ein Projekt eine andere Wertschätzung", zeigte sich die Rektorin überzeugt. Sie übermittelte einen herzlichen Dank an das Unternehmen, das in Verl 1 400 Mitarbeiter beschäftigt, einen eigenen Fuhrpark mit 170 Fahrern, 85 Lkw und 250 Aufliegern unterhält. Für die interessierten Schüler und die Schulleitung erläuterte Hensdiek kurz die wirtschaftliche Lage des Betriebes. Dabei hebt sich das Unternehmen aus dem Tief der Möbelbranche heraus. Für das vergangene Jahr konnte sogar ein Umsatzplus von 5,2 Prozent erzielt werden. Insbesondere der Export gewinne für den Vollsortimenter an Gewicht. Er stellte fest, dass die Anfragen von Schulen und Kindergärten in Sachen Sponsoring in den vergangenen Monaten enorm gestiegen seien. "Wir können dieses natürlcih nicht zu weit ausbreiten", so Hensdiek. Um so mehr freute sich die von-Zumbusch-Hauptschule über die Küche, die jetzt Bestandteil des Kiosks ist.
Süßigkeiten gehören übrigens nicht zu den Verkausschlagern des Kiosteams. "Wir haben im Angebot einen Mittelweg gewählt, der uns vertretbar erscheint", schildert Mackensen. Und so finden sich Backwaren, belegte Brötchen oder Müsli-Riegel im Schulkiosk, der von einem sechsköpfigen Team geleitet wird. Rund 100 Backwaren gehen pro Tag über den Tresen, um den Einkauf und Verkauf kümmern sich Leonie Schnitker, Sarah Wältermann, Kaltrina Haydini, Lydia Bärg, Olga Sawazki und Stefanie Bakalorz. Auch hier galt es, gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Alle beteiligten Schülerinnen mussten zunächst eine Gesundheitsprüfung überstehen. Danach erst "konnte unser kleines Schmuckkästchen" in Betrieb genommen werden, so Mackensen.
Die Glocke / Samstag, 24. Januar 2004
