Girls' Boys' Day
Den Blickwinkel für untypische Berufe erweitern: Girls'/Boys' Day an der HauptschuleAm bundesweiten Girls' Day beteiligt sich auch die von-Zumbusch-Hauptschule in Herzebrock-Clarholz. Ebenso wie die Realschule ("Die Glocke" berichtete) haben auch die Hauptschüler den Girls' Day auf mehrere Tage ausgedehnt und die Aktion für Jungen geöffnet.
"Das hätte ich nicht gedacht." Tobias Huster ist erstaunt, was der Friseurberuf alles bietet. Für zwei Tage schnuppert der Achtklässler im Salon Wagner in den Berufsalltag eines Friseurs. "Ich habe geglaubt, ein Friseur schneidet nur Haare. Dass zum Beispiel auch noch Kosmetik dazu gehört, war mir total neu", sagt Tobias. Eigentlich möchte er gerne Elektriker werden und beim längeren Praktikum im kommenden Jahr bei Craemer arbeiten. "Friseur ist nicht gerade mein Traumberuf", bekennt er, doch Tobias will nicht ausschließen, in diesem Beruf zu arbeiten.
Schulleiterin Gudrun Mackensen und Schulsozialarbeiter Christian Barzen-Sartorius sind beeindruckt. Das Ziel des Girls'/Boys' Day ist bei Tobias erreicht. "Der Blickwinkel für verschiedene Berufe soll schließlich erweitert werden", sagt Gudrun Mackensen.
50 von 1000 Achtklässlern der von-Zumbusch-Hauptschule nehme auf freiwilliger Basis an der Aktion, die auf zwei Tage ausgedehnt wurde, teil. Für die andere Hälfte der Schüler läuft der normale Unterricht weiter. Mit der Quote ist die Schulleiterin zufrieden: "50 Prozent finde ich viel", sagt sie.
Zu den 50 Prozent zählt auch Özlem Hatilcik. Die 14-jährige schaut den Tischlern in der Firma Pötter für zwei Tage bei der Arbeit über die Schulter. Eine Vorstellung von diesem Beruf hatte sie nicht. "Ich wollte einfach einen Eindruck bekommen", sagt Özlem. Den hat sie nun und weiß: "Das wäre kein Beruf für mich. Ich möchte Zahnarzthelferin oder Fahrlehrerin werden. "
"Im kommenden Jahr überlegen wir, ob wir den Girls'/Boys' Day ebenso wie in der Realschule in die Osterferien legen", sagt Christian Barzen-Sartorius. Vermutlich würde die Beteiligung etwas geringer ausfallen, aber organisatorisch sei das einfacher.
"Die Glocke"
Freitag, 23. April 2004
